Lavendel

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Ich sitze im Warmen, hinter mir prasselt ein Feuer im Kamin und ich schreibe über den Lavendel – für mich der Inbegriff von Sommer. Dieser Duft! Und die vielen Bienen und Schmetterlinge, die über ihm tanzen! Draußen ist es klirrend kalt: -17 °C hatte es heute Nacht. Was meine Lavendelstauden wohl dazu sagen? Ob ihnen meine Packungen aus Stroh und Laub ausreichen werden?


Wirkungen

Seine ätherischen Öle werden durch die Nase aufgenommen und wirken direkt im Limbischen System unseres Gehirns beruhigend und entspannend auf unser Zentralnervensystem. Lavendel fördert das Einschlafen, wirkt ausgleichend bei Stress und mild blutdrucksenkend. Bei Migräne und Spannungskopfschmerzen sorgt er für Entspannung. Gleichzeitig wirkt Lavendel kreislaufstärkend und konzentrationsfördernd. Ich nehme an, es sind seine Lippenblütlergerbstoffe, die gallentreibende, blähungslindernde und krampflösende Eigenschaften haben.

Äußerlich angewendet ist Lavendel eines der wirksamsten Heilöle: Bei Wunden und Verbrennungen wird sein Öl pur (Achtung: In diesem Fall die absolute Ausnahme bei ätherischen Ölen!) aufgetragen. Es wirkt schmerzlindernd, desinfizierend, keimhemmend und fördert die Regeneration der Hautzellen, so dass keine Narben entstehen. Bei Erkältungskrankheiten, Bronchitis und zur Vorbeugung von grippalen Infekten wird mit Einreibungen und Inhalationen gearbeitet.


Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl (1 bis 3%)
  • Kumarine
  • Lippenblütlergerbstoffe
  • Flavonoide
  • Saponine
  • Phytosterole

Anwendungen

Lavendeltee vor dem Essen getrunken fördert den Appetit, nach dem Essen die Verdauung. Hierfür 1 bis 2 TL Lavendelblüten 5 Min. bedeckt ziehen lassen. Am Abend wirkt der Tee wie ein Schlummertrunk. In einen Migränetee wird noch Mädesüß, Zitronenmelisse und Rosamrin gegeben. Herrlich entspannend wirkt ein Vollbad mit Lavendelöl und einem Schuss Sahne. Auch Lavendelspiritus zur Einreibung ist möglich.


Anbau und Ernte

Es gibt unzählige verschiedene Arten von Lavendel: Die bekanntesten sind sicher angustifolia und der Speick-Lavendel latifolia, der vor allem in der Provence kultiviert wird. Ich habe mich für den angustifolia entschieden. Er kommt mit meinem lehmigen Gartenboden überraschend gut zurecht. Geerntet werden die voll entfalteten Blütenstände im Juni/Juli um die Mittagszeit.


Steckbrief

Botanischer NameLavandula angustifolia
FamilieLippenblütler (Lamiaceae)
Verwendetes PflanzenteilBlüten (Lavendulae flos)
BodenbeschaffenheitMager
ph-WertKalkhaltig, ph-Wert 7 bis 7,5
FeuchtigkeitTrocken
LichtverhältnisseSonnig
WuchshöheBis 60 cm bis 70 cm
Wuchsbreite40 cm
BlütezeitJuli und August
BlütenfarbeBlauviolett
Insektenfreundlichja
FrosthärteBis -20 °C
Ein- oder mehrjährigMehrjährig