Holunder

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Dieser Duft! Damit verbinde ich den Sommeranfang: Mit dem Fahrrad über die Felder radeln, immer der Nase nach – dem Holunder entgegen. An alte Scheunen geschmiegt finde ich ihn mit seinen großen, duftenden Dolden. Doch auch im Winter ist er für mich eine Augenweide: Wenn auf alten, knorrigen, mit Flechten übersäten Ästen sich die Schneeflocken auftürmen.


Wirkung

Holunder gehört zu den Diaphoretika, sprich den schweißtreibenden Mitteln, die sich bei Erkältungskrankheiten bewährt haben. Er steigert die Bronchialsekretion bei Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) und wirkt entzündungshemmend und immunstimulierend. Also ein schönes Rundum-Paket bei Erkältungen. Die Flavonoide des Holunders haben aber auch fiebersenkende Wirkung. Ich erinnere mich an ein Sonnenwendfeuer, bei dem verschiedene Käuter verräuchert wurden: Die getrockneten Holunderblüten haben das Feuer fast zum Erlöschen gebracht!


Inhaltstoffe

  • Blüten: Flavonoide, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Schleimstoffe,Phytosterine, Chlorogensäure und Kaffeesäureester.
  • Beeren: Flavonoide, Anthocyanglykoside, ätherisches Öl,Vitamin A, B1, B2, B6 und C, Folsäure, Gerbstoffe, Aminosäuren, Kalium, Kalzium und Phosphor. Die rohen Beeren enthalten das schwach giftige Glykosid Sambunigrin, daher unbedingt vor dem Verzehr die Beeren abkochen oder die Beeren bei 100° C trocknen.

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Anwendungen

Blüten und getrocknete Beeren lassen sich zu jeder Teemischung hinzufügen und lindern – gerade in der zweiten Tageshälfte getrunken – Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten. Ansonsten ist die Liste unendlich lang und ich könnte wahrscheinlich ein eigenes, kleines Buch darüber schreiben: Zur Inhalation bei Sinusitis, als Stärkungstee bei Gürtelrose, als Hautöl bei Sonnenbrand, als erfrischende Limonade im Sommer, als Saft im Winter, als Blütensirup usw.


Ernte

Die offenen Blüten werden am Vormittag geschnitten und vorsichtig getrocknet. Den Blütenstaub am Besten mit einem Papier auffangen und zu den getrockneten Blüten geben (Stängel vor der Lagerung abschneiden). Die vollreifen, schwarz glänzenden Beeren können getrocknet oder zu Saft weiterverarbeitet werden.


Steckbrief

Botanischer NameSambucus nigra
FamilieMoschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Verwendetes PflanzenteilBlüten (Sambuci flos)
Beeren (Sambuci fructus)
Bodenbeschaffenheitnährstoffreich, humusreich
ph-WertKalkhaltig, ph-Wert 7 bis 7,5
FeuchtigkeitFeucht, durchlässig
LichtverhältnisseSonnig
Wuchshöhe300 cm bis 450 cm
Wuchsbreite150 cm
BlütezeitJuni/ Juli
Blütenfarbeweiß
InsektenfreundlichJa, heimisches Wildgehölz
FrosthärteJa
Ein- oder mehrjährigMehrjährig