Johanniskraut

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Johanniskraut ist ein Lichtkeimer. Wie sollte es auch anders sein bei einer Pflanze, die es schafft, uns eine „innerliche Sonne”zu zaubern? Ihr Tag ist der 21. Juni, der längste Tag im Jahr und Sommersonnenwende, auch Johanni genannt. Unsere Vorfahren banden sich Kränze aus Johanniskraut, feierten den Tag mit großen Feuern. Ich glaube, in meinem Garten brennt dieses Jahr am 21. Juni auch ein Feuer.


Wirkungen

Paracelsus (1493 bis 1541) lobte das Johanniskraut als hervorragendes Wundheilmittel „mit höchster Wirkkraft, der sich alle beugen müssen“. Grund dafür sind in erster Linie die wundheilungsfördernden Gerbstoffe sowie das antibakteriell wirkende Hyperforin, das antiviral wirkende Hypericin und die entzündungshemmenden Flavonoide. Darüber hinaus wirkt es durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und entspannend bei Muskelverhärtungen.
Paracelsus wußte aber auch schon um die stimmungsaufhellende Wirkung. Johanniskraut verbessert die Lichtaufnahme im Organismus und wirkt wie eine „Lichttherapie von Innen“ oder eine „innere Sonne“. Daher empfiehlt die Kommmision E es auch bei psychovegetativen Störungen, depressiven Verstimmungen, Angst und nervöser Unruhe oder auch zur Rekonvaleszenz bzw. Leistungssteigerung.


Inhaltsstoffe

  • Gesamthypericine
  • Hyperforin: Antibakteriell, antidepressiv, entzündungshemmend
  • Hypericin: Roter Farbstoff, antiviral, photosensibilisierend
  • Flavonoide
  • Biflavonoide
  • Gerbstoffe
  • Ätherisches Öl

Anwendungen

Eine so starke Heilpflanze wie das Johanniskraut hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten:
Äußerlich kann das Rotöl (nicht in der Sonne ausziehen! Dann wird es zwar schön rot, doch das wertvolle Hyperforin wird zerstört) auf schmerzende Muskeln und Sonnenbrand aufgebracht werden.
Innerlich werden über 2 bis 5 Monate täglich 2 bis 3mal je 1 Tasse getrunken. Die Tinktur aus den blühenden Triebspitzen nimmt man 2 bis 3 Monate lang 3mal tägl. vor den Mahlzeiten 20 Tropfen.


Anbau und Ernte

Johanniskraut bekommt eine Prise Algenkalk in das Pflanzloch. Da es eine Akkumulatorenpflanze ist, sollte möglichst wenig Kadmium im Boden sein – davon gehe ich bei meinem Beet jetzt einfach mal aus. Die blühenden Triebe erntet man kurz vor der Mittagszeit und trocknet sie unzerkleinert. Für das Öl verwendet man Blüten, Knospen und junge Früchte (ohne Stängel).


Steckbrief

Botanischer NameHypericum perforatum
FamilieJohanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Verwendetes PflanzenteilKraut (Hyperici herba)
BodenbeschaffenheitLocker, durchlässig
ph-WertKalkhaltig, ph-Wert 7 bis 7,5
FeuchtigkeitMässig feucht
LichtverhältnisseSonnig
Wuchshöhe30 cm bis 70cm
Wuchsbreite40 cm
BlütezeitJuni bis August
BlütenfarbeGelb
InsektenfreundlichJa, heimische Wildstaude
FrosthärteBis -15 °C
Ein- oder mehrjährigMehrjährig