So wild, so mild: Wildkräuter-Smoothie


„Gibt’s zu, Du hast eine Wette verloren!“ Das war der ungläubige Kommentar eines Kollegen, der mich beim Genuss meines Wildkräuter-Smoothies bestaunt hat.
Nein, ganz und gar nicht! Mein erster Wildkräuter-Smoothie in diesem Jahr war köstlich. Zugegeben, ich habe auch eine Banane und einen Apfel in den Mixer gepackt. Zusammen mit den ersten Wildkräutern aus meinem Garten war die Mixtur dann lecker mild. Und die ersten Kräuter dieses Jahres sind bei mir:

  • Scharbockskraut
  • Ehrenpreis
  • Klettenlabkraut
  • Purpurrote Taubnessel
  • Schafgarbe

Von jedem der fünf habe ich ein paar gewaschene Blätter zusammen mit einem Apfel, einer Banane, einem Eichblattsalat und etwas Wasser in den Mixer gepackt. Kurz pürieren und danach genießen. Lecker!

Und wer gerne wissen möchte, wie die fünf Wildkräuter wirken, für den habe ich hier die wichtigsten Eigenschaften aufgelistet:

Scharbockskraut

Schon der Name ist extrem aufschlussreich: „Scharbock“ ist ein alter, volkstümlicher Name für Skorbut, eine Vitamin-C Mangelerkrankung. Seefahrer haben früher häufig daran gelitten. Scharbockskraut sprießt ab März und enthält viel Vitamin C. Es soll blutreinigend wirken und gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen. Bitte genießt die Blättchen in Maßen und nur vor der Blüte (während und in der Blüte steigt der Gehalt an Protoanemoin stark an und kann Schleimhautreizungen auslösen).



Ehrenpreis

Auch Ehrenpreis hat wie das Scharbockskraut eine blutreinigende Wirkung und regt den Stoffwechsel an. Beide Eigenschaften kommen uns im Frühjahr praktisch wie gerufen! Also ab damit in den Smoothie. Doch bitte achtet auch hier auf die Dosierung: Ehrenpreis kann recht bitter schmecken, wenn ihr zu viel davon nehmt.



Klettenlabkraut

Wenn es noch jung und zart ist, dann finde ich es wirklich lecker. Ist das Klettenlabkraut erst einmal „ausgewachsen“, dann klebt es – wie der Name schon sagt – an Hosenbeinen und auch sonst überall, wo es eigentlich nicht hingehört. Dann nehme ich gerne das Wiesenlabkraut. Aber in diesem frühen Stadium schmeckt das harntreibende Klettenlabkraut noch lecker. Nebenbei soll es Lymphgefäße anregen und unser Immunsystem stimulieren. 



Purpurrote Taubnessel

Ehrlich gesagt habe ich nur ein paar wenige Taubnessel-Spitzen stibitzt, denn eine dicke Hummel kam gleich angeflogen und machte sich an den ersten Blüten der Taubnessel zu schaffen. Die Taubnessel blüht bis in den Oktober, und sobald mehr Bienen- und Hummelfutter da ist, werde ich mich nochmal intensiver mit der Taubnessel beschäftigen.



Schafgarbe

Die Schafgarbe ist schon im antiken Griechenland zur Wundversorgung verwendet worden. Sie darf mit Fug und Recht als Heilpflanze bezeichnet werden, da sie – im Gegensatz zu den anderen fünf Kräutern auf dieser Seite – wissenschaftlich recht gut untersucht ist. Sie wirkt krampflösend und hat antientzündliche Effekte. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell. Mit ihren Bitterstoffen regt die Schafgarbe Appetit an und fördert die Gallentätigkeit.
Die zarten, jungen Blätter, die ein bisschen wie Augenbrauen aussehen, schmecken herrlich würzig. Ältere Pflanzenteile hingegen schmecken schnell bitter.




Es fühlt sich zwar ein kleines bisschen komisch an, bereits im Februar einen milden Wildkräuter-Smoothie zu trinken. Normalerweise ist es in meiner Region zu dieser Jahreszeit noch frostig kalt und es liegt Schnee . Aber wenn sie schon mal da sind, die Kräuter, dann freue ich mich und geniesse sie. Ganz ohne verlorene Wette.

2 Kommentare zu „So wild, so mild: Wildkräuter-Smoothie“

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